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Sommerferienkurse

Ferienkurse werden nach Bedarf in der ersten und letzten Sommerferienwoche in Kleingruppen mit jeweils 4-6 Kindern durchgeführt, die aufgrund ihrer Lese- und Rechtschreibschwäche oder Dyskalkulie zur Therapie in die PTE Freiburg kommen.

Die Themen der Kurse, wie auch die Gruppenzusammensetzung, werden individuell festgelegt und aufeinander abgestimmt. Für viele Kinder ist insbesondere die Erfahrung und das Erlebnis prägend, dass sie mit ihren Problemen und Schwierigkeiten nicht alleine sind, sondern auch andere Kinder mit ihrer LRS, RS oder ADHS zu kämpfen haben.

Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über bereits stattgefundene Kurse gegeben.

 

Ferienkurs zum Thema:

"Wir üben Lesen und schreiben ein Buch"

An zwei Nachmittagen und einem Vormittag traf sich unsere 6-köpfige Ferienkursgruppe in der ersten Schulferienwoche. Die Gruppe bestand durchweg aus Kindern, die im Alltag mit einer Lernstörung in Form einer Legasthenie zu kämpfen haben. Nach Bekanntgabe des Kursthemas „Wir üben Lesen und schreiben ein Buch“ herrschte unter den Kindern zunächst große Aufregung und Erstaunen darüber, dass sie selbst ein eigenes Buch schreiben sollten. Für das ein oder andere Kind war dies kaum vorstellbar, nicht alle zählten sich zu großen Schreibern. Mancher Skeptiker ließ sich jedoch schnell überzeugen, denn die zu Beginn des Kurses durchgeführten Leseübungen, Rätsel und Informationen darüber, was ein Buch eigentlich ausmacht, zeigten, dass es auf mehr ankommt, als auf das Schreiben selbst. Um ein gutes Buch zu entwerfen und auf Papier zu bringen, sind viele verschiedene Talente gefragt: Kreative Köpfe und Ideengeber, die einen interessanten Handlungsstrang entwerfen, Zeichner, die die Geschichte ansprechend illustrieren, kritische Denker, die den roten Faden im Blick haben, und und und.

Auf diese Weise war die Begeisterung der Kinder schnell geweckt und bald sprudelten die Ideen und Einfälle, Geschichten wurden gesponnen und wieder verworfen, und es machte sich eine sehr lebendige, anpackende, ideenreiche, kreative und eifrige Betriebsamkeit breit. Innerhalb kürzester Zeit entstand ein Handlungsplot und jedes Kind leistete, seinen persönlichen Fähigkeiten entsprechend, wertvolle Beiträge, die dazu führten, dass am Ende tatsächlich ein gemeinsames Buch entstand:

"Lara und Paul wachsen alleine im Wald auf. Nachdem sie von einem Wanderfalken eine wichtige Botschaft erhalten haben, müssen die Geschwister versuchen, auf die Dracheninsel zu gelangen und dabei ein großes Abenteuer bestehen."

Nachdem am letzten Ferienkurstag die letzten Überarbeitungen vorgenommen waren und auch der Titel der Geschichte endgültig feststand, machte sich die kleine Gruppe auf den Weg zum nahegelegenen Copyshop. Dort wurde das Buch ausgedruckt und jeder kleine Autor und jede kleine Autorin erhielt stolz eine Ausgabe des eigens verfassten Werkes.

 

Das Fazit der Jungautoren: „Das hat Spaß gemacht!“


Martina Poteczin, Dipl.-Psych., Lerntherapeutin

 

 

Ferienkurs zum Thema:
"Lernen lernen"

Das Thema meines diesjährigen Ferienkurses in der letzten Sommerferienwoche war "Lernen lernen".

Eine sehr nette Gruppe, bestehend aus 6 Mädchen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren, hat sich mit den Möglichkeiten, verschiedene Sinne beim Lernen einzusetzen, auseinandergesetzt. Jede Teilnehmerin konnte durch vielfältige Experimente, Spiele und Übungen herausfinden, auf welche Art und Weise sie am effizientesten lernt, um dieses Wissen später beim Lernen in der Schule nutzen zu können. An allen drei Tagen stand das Lernen mit jeweils einem Sinn (visuell, auditiv und taktil) im Mittelpunkt. Außerdem wurden Fähigkeiten zum logischen Denken und das Gedächtnis trainiert. Die Bedeutung der Bewegung und Pausen wurde thematisiert und praktisch erfahrbar gemacht.

Am ersten Tag waren die Mädchen etwas zurückhaltend: Mit 5 anderen unbekannten Mädchen in Paaren oder dreier Gruppen zusammen zu arbeiten ist erst mal eine Herausforderung - für Kinder, die im Alltag mit einer Lese-Rechtschreibschwäche oder einer Rechenschwäche zu kämpfen haben erst recht. Aber schon am Ende des ersten Tages fühlten sich die meisten von ihnen viel freier.

Am zweiten Tag trafen sie sich schon als gute Bekannte. Es war schön zu beobachten, wie die Gruppe immer mehr zusammenwuchs und die Mädchen sich gegenseitig unterstützten und ergänzten.

 

Am dritten Tag haben sie zum Schluss ein Fotopuzzle von ihrer Gruppe zusammen gelegt und aufgeklebt als ein Andenken an die drei Tage, die mit viel Spaß, Spielen und Lachen verbracht wurden. Es war Zeit Abschied zu nehmen, was mir persönlich schwer fiel.


Olga Dünner, Lerntherapeutin, Heilpädagogin
 

 

Ferienkurs zum Thema:

"Praktische Mathematik"

In diesem Ferienkurs wurde Mathematik in der praktischen Umsetzung geübt, gefühlt und gespielt. Dabei wurden Anregungen dem Buch von Martin Kramer, Mit Erbsen und Zahnstochern zur Mathematik entnommen.

Zwei Jungs und vier Mädchen fanden zusammen, um gemeinsam oder in zwei Gruppen spannende Aufträge zu lösen. Beispielhaft soll hier das Spiel „Unter Tage gefahren“ beschrieben werden:

Die Aufgabe bestand darin ein Labyrinth aus Wegen blind zu erfassen und anschließend zu Papier zu bringen. Dabei bildete die Vorstellung, sich im Bergwerk zu befinden, den Rahmen, um gemeinsam – wie im Spiel – an der Lösung dieses Auftrages zu arbeiten. Globales und lokales Denken waren gefragt, die Kinder diskutierten und rangen um eine Lösung und mit jedem Besuch unter Tage schien die dunkle Welt im Berg für die Kinder realer zu werden. Sie sprachen über Form und Struktur, über die Lage im Raum, über Entfernungen und Maße. Eine Mathematik in ihrer eigenen Sprache, denn die Kinder versprachlichten eine Mathematik ohne Zahlen und suchten Beweise, warum dieser und nicht jener Vorschlag wichtig sei. Die Zusammenarbeit war beeindruckend, die Bereitschaft einander zuzuhören und gemeinsam das Problem zu lösen, war – wie selbstverständlich - vorhanden.

Ein Ferienkurs, der Mathematik praktisch vermittelt, macht richtig Spaß, da waren sich die Kinder einig, nachdem sie sich zunächst erstmal gar nicht vorstellen konnten, dass auch so „tolle Spiele“ zur Mathematik gehören sollen.

 

Frau Laya Gallina, Dipl.-Päd., Lerntherapeutin

 

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