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Sommerferienkurse 2015 - ein kleiner Rückblick


Auch in diesem Jahr fanden in der PTE Freiburg wieder einige Sommerferienkurse statt. Sie wurden mit jeweils 4-6 Kindern (alles  Schüler/innen der PTE, d.h. alle Kinder haben eine LRS- oder eine Dyskalkuliediagnose) in der 1. Ferienwoche (3.-7.August 2015) und in der letzten Ferienwoche (7. - 11. September 2015) durchgeführt.


Rechengeschichten aus dem Alltag

Im Ferienkurs „Rechengeschichten aus dem Alltag“ entdeckten die teilnehmenden Zweit- und Drittklässler, staunend, dass das Rechnen in unserem Alltag überall eine Rolle spielt.

Beim Herstellen von Crepeteig stellten wir uns die Fragen, wie viele Sahnebecher a`200ml zur Herstellung von 1,5l Teig benötigt werden, wieviel g Butter für fünf Portionen benötigt werden und wie die Zahl der Crepes gerecht verteilt werden können? Mit Begeisterung und ganz unbewusst wurde addiert, multipliziert, dividiert und gar verschiedene Größen (g/kg, ml/l) einbezogen. Während der Stadttour beobachteten wir vielfältige Rechensituationen, mehr als die Kinder notieren konnten, wie beispielsweise: „ Nacheinander laufen sechs Passanten vorbei, welche jeweils zwei Schuhe an den Füßen tragen (6x2 Schuhe) …Ganz einfach erkannten die Schüler, dass sie auf diesem Weg auch die Anzahl der Schuhe einer vorbeigehenden Schulklasse multiplizieren konnten. Wir kauften gedanklich ein, beschäftigten uns mit Euro und Cent, verdoppelten Fahrradreifen und halbierten Eisportionen. Die Schüler skizzierten, spielten Situationen nach und notierten ihre Rechnungen. In den Pausen wurde gespielt, entspannt und gemeinsam gegessen. Nach drei Tagen war jeder stolz über seine eigene, bunte Sammlung an Rechengeschichten.

Die Teilnehmer , die alle von einer Rechenschwäche betroffen sind, waren ganz enttäuscht, als der Ferienkurs vorüber war und äußerten einstimmig ihren Wunsch: „Können wir uns ab jetzt nicht immer wöchentlich als Gruppe treffen und gemeinsam rechnen?“ Ich freue mich über diese Rückmeldung sehr und wünsche den Teilnehmern von Herzen, dass diese Freude und Motivation sie auch in ihrem Schulalltag stärkt.
Andrea Röhm, Lerntherapeutin
 
Lesen und Verstehen

Im Ferienkurs „Lesen und Verstehen“ war es mir ein Anliegen Kindern, die aufgrund ihrer Lese-Rechtschreibschwäche oftmals mit dem Schulfach Deutsch und insbesondere mit dem Lesen auf Kriegsfuß stehen, Lesefreude zu vermitteln.

Durch konkrete Projekte sollten sie erleben, wie befriedigend es sein kann, Lesekompetenzen (zum Beispiel bei der Umsetzung vom „trockenen“ Backrezept bis zur attraktiven selbst gebackenen Torte!) zu erringen und im Alltag praktisch anzuwenden.

 Tag 1

Nach vergnüglichen Kennenlernspielen lautete die Aufgabe, ein „durcheinandergeratenes“ Tortenrezept zu lesen und anschließend nach der richtigen  logischen Reihenfolge zu ordnen. Dies war nicht ganz einfach.

Im Anschluss verkündete ich den Kindern, dass wir die Torte nun gleich backen würden und schaute in teils freudig-überraschte, teils skeptische Gesichter. Die anfängliche Skepsis wich während der Umsetzung der Einzelschritte bald zunehmender Back-Begeisterung beim gemeinschaftlichen Rühren verschiedener Tortenfüllungen, beim Säubern und Entstielen der Beeren und beim  Befüllen und Aufeinanderschichten von Tortenböden. Schließlich belegten die Kinder die Torte mit Beeren und schmückten sie gemeinsam hingebungsvoll mit einem riesigen PTE-Logo aus Himbeeren, Blaubeeren und Johannisbeeren…

Anschließend verzehrten wir die leckere Torte und ich sah in lauter zufriedene Gesichter.

 Tag 2

Nachdem wir uns mit einem „Wie-gut-kennen-wir-uns?-Bingo“ alle gegenseitig nochmal neu wahrgenommen und „angewärmt“ hatten, spielten wir mit Spaß Mannschafts-Lesespiele und starteten dann in unser Tagesprojekt. Heute sollten die Kinder eine Bastelanleitung lesen, verstehen und umsetzen. Schon bald falteten wir Schritt für Schritt nach Anleitung hübsche große und kleine Papierschachteln mit Deckeln aus buntem japanischem Papier. Während das Basteln manchen leicht fiel, stellte es für andere eine Herausforderung dar. Hier war es schön zu beobachten, dass sich bei den Kindern inzwischen ein Gruppengefühl eingestellt hatte, und sie sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite standen und beim Basteln unterstützten. Zwischendurch erholten wir uns bei leckerem Vesper und Saft während die Kinder fröhlich miteinander schwatzten.

 Tag 3

Am dritten Tag besuchten die Kinder eine kleine Edelsteinausstellung, die ich in einem separaten Zimmer für sie hergerichtet hatte. Ausgestellt waren acht verschiedene Edelsteine mit Informationstafeln. Die Kinder gingen mit Arbeitsaufträgen von Stein zu Stein und informierten sich über deren Namen, Eigenschaften und Heilwirkungen. Anschließend wählten sie sich einen Edelstein, der ihnen besonders gefiel, machten sich zu diesem Notizen und stellten ihn anschließend im Plenum vor.

Die Kinder waren beeindruckt von der Vielfalt der Edelsteine und liefen flüsternd und konzentriert durch ihre Ausstellung. Nachdem wir abschließend in einem Edelsteinerkennungsspiel nochmals die Namen geübt und den jeweils richtigen Edelsteinen zugeordnet hatten, durfte jedes Kind einen gewählten Edelstein in seine gebastelte Schachtel legen und mit nach Hause nehmen.

In der Abschlussrunde gaben mir die Kinder folgende Rückmeldung zum Ferienkurs:

    „Es war toll, dass der Ferienkurs gar nicht wie Schule war und wir trotzdem viel bei Ihnen gelernt haben!“
    „Die Gruppe und die vielen schönen Spiele  haben mir Spaß gemacht!“
    „Ich fand es gut, mal andere kennenzulernen, die auch an die PTE kommen.“
    „Mir gefällt mein Edelstein!“
    „Am besten fand ich, dass wir die Torte gebacken haben!“
Katharina Fritzsche, Integr. Lerntherapeutin FiL
 
Wir üben Lesen und schreiben ein Buch

An zwei Nachmittagen und einem Vormittag traf sich unsere 6-köpfige Ferienkursgruppe in der ersten Schulferienwoche. Die Gruppe bestand durchweg aus Kindern, die im Alltag mit einer Lernstörung in Form einer Legasthenie oder einer Dyskalkulie zu kämpfen haben. Nach Bekanntgabe des Kursthema „Wir üben Lesen und schreiben ein Buch“ herrschte unter den Kindern zunächst große Aufregung und Erstaunen darüber, dass sie selbst ein eigenes Buch schreiben sollten. Für das ein oder andere Kind war dies kaum vorstellbar, nicht alle zählten sich zu großen Schreibern. Mancher Skeptiker ließ sich jedoch schnell überzeugen, denn die zu Beginn des Kurses durchgeführten Leseübungen, Rätsel und Informationen darüber, was ein Buch eigentlich ausmacht, zeigten, dass es auf mehr ankommt, als auf das Schreiben selbst. Um ein gutes Buch zu entwerfen und auf Papier zu bringen, sind viele verschiedene Talente gefragt: Kreative Köpfe und Ideengeber, die einen interessanten Handlungsstrang entwerfen, Zeichner, die die Geschichte ansprechend illustrieren, kritische Denker, die den roten Faden im Blick haben, und und und.

Auf diese Weise war die Begeisterung der Kinder schnell geweckt und bald sprudelten die Ideen und Einfälle, Geschichten wurden gesponnen und wieder verworfen, und es machte sich eine sehr lebendige, anpackende, ideenreiche, kreative und eifrige Betriebsamkeit breit. Innerhalb kürzester Zeit entstand ein Handlungsplot und jedes Kind leistete, seinen persönlichen Fähigkeiten entsprechend, wertvolle Beiträge, die dazu führten, dass am Ende tatsächlich ein gemeinsames Buch entstand:

Lara und Paul wachsen alleine im Wald auf. Nachdem sie von einem Wanderfalken eine wichtige Botschaft erhalten haben, müssen die Geschwister versuchen, auf die Dracheninsel zu gelangen und dabei ein großes Abenteuer bestehen.

Nachdem am letzten Ferienkurstag die letzten Überarbeitungen vorgenommen waren  und auch der Titel der Geschichte endgültig feststand, machte sich die kleine Gruppe auf den Weg zum nahegelegenen Copyshop. Dort wurde das Buch ausgedruckt und jeder kleine Autor und jede kleine Autorin erhielt stolz eine Ausgabe des eigens verfassten Werkes. Das Fazit der Jungautoren: „Das hat Spaß gemacht!“
Martina Keller, Dipl.-Psych., Lerntherapeutin
 
Lernen lernen

Das Thema meines diesjährigen Ferienkurses in der letzten Sommerferienwoche war "Lernen lernen".

Eine sehr nette Gruppe, bestehend aus 6 Mädchen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren, hat sich mit den Möglichkeiten, verschiedene Sinne beim Lernen einzusetzen, auseinandergesetzt.  Jede Teilnehmerin konnte durch vielfältige Experimente, Spiele und Übungen herausfinden, auf welche Art und Weise sie am effizientesten lernt, um dieses Wissen später beim Lernen in der Schule nutzen zu können. An allen drei Tagen stand das Lernen mit jeweils einem  Sinn (visuell, auditiv und taktil) im Mittelpunkt. Außerdem wurden Fähigkeiten zum logischen Denken und das Gedächtnis trainiert. Die Bedeutung der Bewegung und Pausen wurde thematisiert und praktisch erfahrbar gemacht.

Am ersten Tag waren die Mädchen etwas zurückhaltend: Mit 5 anderen unbekannten Mädchen in Paaren oder dreier Gruppen zusammen zu arbeiten ist erst mal eine Herausforderung - für Kinder, die im Alltag mit einer Lese-Rechtschreibschwäche oder einer Rechenschwäche zu kämpfen haben erst recht. Aber schon am Ende des ersten Tages fühlten sich die meisten von ihnen viel freier.

Am zweiten Tag trafen sie sich schon als gute Bekannte.  Es war schön zu beobachten, wie die Gruppe immer mehr zusammenwuchs und die Mädchen sich gegenseitig unterstützten und ergänzten.
Am dritten Tag haben sie zum Schluss ein Fotopuzzle von ihrer Gruppe zusammen gelegt und aufgeklebt als ein Andenken an die drei Tage,  die mit viel Spaß,  Spielen und Lachen verbracht wurden. Es war Zeit Abschied zu nehmen,  was mir persönlich schwer fiel.
Olga Dünner, Lerntherapeutin, Heilpädagogin
 
Thema: Praktische Mathematik

 In diesem Ferienkurs wurde Mathematik in der praktischen Umsetzung geübt, gefühlt und gespielt. Dabei wurden Anregungen dem Buch von Martin Kramer, Mit Erbsen und Zahnstochern zur Mathematik entnommen.

Zwei Jungs und vier Mädchen fanden zusammen, um gemeinsam oder in zwei Gruppen spannende Aufträge zu lösen. Beispielhaft soll hier das Spiel „Unter Tage gefahren“ beschrieben werden:

Die Aufgabe bestand darin ein Labyrinth aus Wegen blind zu erfassen und anschließend zu Papier zu bringen. Dabei bildete die Vorstellung, sich im Bergwerk zu befinden, den Rahmen, um gemeinsam – wie im Spiel – an der Lösung dieses Auftrages zu arbeiten. Globales und lokales Denken waren gefragt, die Kinder diskutierten und rangen um eine Lösung und mit jedem Besuch unter Tage schien die dunkle Welt im Berg für die Kinder realer zu werden. Sie sprachen über Form und Struktur, über die Lage im Raum, über Entfernungen und Maße. Eine Mathematik in ihrer eigenen Sprache, denn die Kinder versprachlichten eine Mathematik ohne Zahlen und suchten Beweise, warum dieser und nicht jener Vorschlag wichtig sei. Die Zusammenarbeit war beeindruckend, die Bereitschaft einander zuzuhören und gemeinsam das Problem zu lösen, war – wie selbstverständlich - vorhanden.

Ein Ferienkurs, der Mathematik praktisch vermittelt, macht richtig Spaß, da waren sich die Kinder einig, nachdem sie sich zunächst erstmal gar nicht vorstellen konnten, dass auch so „tolle Spiele“ zur Mathematik gehören sollen.

Frau Laya Gallina, Dipl.-Päd., Lerntherapeutin

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